Der Rassestandard
         
Der folgende Rassestandard ist eine Zusammenfassung laut des Standards der Federation Cynologique International aus 1995.
         
   
A. Körperlänge
B. Brustumfang entspricht C + 25 to 30 cm
C. Die Höhe am Widerrist entspricht dem Umfang des Schädels.
  D. Kopflänge von hinterer Schädelleiste zur Nasenspitze entspricht 3 x F
E. Schädel von hinterer Schädelleiste zum Stirnabsatz entspricht 2 x F
F. Länge der Schnauze entspricht maximal D/3 und mindestens D/4
Der vordere Nasenbereich ist stark gestaucht und steht in einem nahezu rechten Winkel zur Schnauze.
Eine BX muss vorbeissen, die Zähne dürfen bei geschlossenem Fang nicht sichtbar sein.
  G. Die Breite des Schädels entspricht von vorne gesehen der breiten Stelle eines Trapez.
H. Die Breite der Schnauze entspricht der schmalen Stelle eines Trapez.
         

FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE
SECRETARIAT GENERAL:  13, Place  Albert I  -  B 6530 THUIN   (Belg.)
DOGUE DE BORDEAUX

HERKUNFT UND ZWECK
Ursprünglich aus Frankreich. Wurde in längst vergangenen Zeiten als Kampfhund eingesetzt. Heutzutage als Kamerad und Wachhund angesehen.

GENERELLES ERSCHEINUNGSBILD
Die Bordeauxdogge ist ein sehr kräftiger Hund, dessen sehr muskulöser Körper ein harmonisches Gesamtbild ausstrahlt. Sie ist eher bodennah gebaut, d.h. daß die Entfernung Brustbein-Boden um weniges geringer ist als die Brusttiefe hinter den Ellenbogen. Stämmig, athletisch, imposant und sehr respekteinflößend.

TEMPERAMENT
Erfüllt Bewachungsaufgaben mit Aufmerksamkeit und großem Mut, aber ohne Aggressivität. Ihrem Besitzer gegenüber sehr anhänglich und liebevoll.

PROPORTIONEN
Rüden: mind. 50KG; Hündinnen: mind. 45KG. Die Widerristhöhe sollte ungefähr dem Kopfumfang entsprechen. Rüden: 60-68cm und Hündinnen: 58-66cm.

FELL UND FARBE
Fellfarbe: Solide Färbung in Mahagoni (rotbraun) oder in der Breite von Rehbrauntönen. Es wird eine gute Pigmentierung gefordert. Kleine weiße Flecke im Brustfell und an den Pfoten sind zulässig. Fell: feines Haar, kurz und weich.

KOPF
Schädel
Beim Rüden entspricht der Schädelumfang, an seiner breitesten Stelle gemessen, der Höhe am Widerrist. Bei Hündinnen kann er etwas kleiner sein. Die Masse und die Form ergeben sich aus der starken Entwicklung der temporalen und supraorbitalen Schädelleisten, des Jochbeinbogens und des Abstandes zwischen den beiden Unterkieferleisten. Der obere Schädelbereich verläuft von einer zur anderen Seite leicht nach außen gewölbt. Der vordere Nasenbereich ist stark gestaucht und steht nahezu in einem rechten Winkel zur Schnauze. Die vordere Nasenfalte ist tief, wird jedoch zum Hinterkopf hin flacher. Die Stirn dominiert das Gesicht und ist breiter als hoch.
Schnauze
Kraftvoll, breit, dick, eher kurz, Oberlinie ganz leicht konkav, mit mäßig tiefen, aber deutlich sichtbaren Hautfalten. Ihre Breite nimmt zur Schnauzenspitze hin kaum ab. Von oben betrachtet wirkt die Schnauze quadratisch. In Relation zum oberen Schädelbereich formt die Muskellinie einen aufwärts verlaufenden stumpfen Winkel. Wenn der Kopf horizontal gehalten wird, ist das vordere Schnauzenende an seiner Basis stumpf, dick und breit und steht vor einer vertikalen Tangente, die zur vorderen Fläche der Nase verläuft. Ihr Umfang entspricht nahezu zwei Dritteln des Kopfumfanges. Die Länge, von der Nase bis zur hinteren Schädelleiste gemessen, variiert zwischen einem Viertel und einem Drittel der samten Kopflänge.
Nase
Breit, gut entwickelte Nasenöffnungen, entsprechend der Maske gut schwarz oder braun pigmentiert. Eine nach oben gebogene Nase ist unerwünscht.
Maul
Kiefer sehr kräftig und breit. Vorbiß; der Unterkiefer muß mindesten 0,5cm (maximal 2cm) vorstehen. Bei geschlossenem Maul dürfen die Schneidezähne- und Fangzähne nicht sichtbar sein. Zähne sehr gut ausgebildet; Fangzähne ausgesprochen kräftig; untere Fangzähne weit auseinanderstehend und leicht gebogen. Schneidezähne gut ausgerichtet, besonders im Unterkiefer, wo sie eine auffällige gerade Linie bilden. Das Gebiß sollte vollzahnig sein. Lefzen dick, durchschnittlich hängend, zurückziehbar, über den Unterkiefer nach innen abgerundet.
Augen
Oval geformt und weit auseinanderstehen. Der Abstand zwischen den beiden inneren Augenwinkeln entspricht in etwa der doppelten Länge des Auges. Aufrichtiger Ausdruck. Hasel- bis Dunkelbraun für Exemplare mit schwarzer Maske; hellere Augenfarben werden toleriert, sind jedoch bei Exemplaren mit roter Maske unerwünscht.
Ohren
Relativ klein, etwas dunkler gefärbt als das restliche Fell. An der Basis etwas vom Kopf abstehend dann aber nach unten hängend, ohne daß es zu einem schlaffen Wangenbereich kommt. Die Ohrspitze ist leicht abgerundet und darf bis etwas unterhalb der Augenhöhe hinunterreichen. Ansatz ziemlich hoch, auf Höhe der oberen Schädellinie und von betonender Breite.

HALS
Sehr kräftig, muskulös, nahezu zylindrisch. Enormer Nacken mit viel loser und elastischer Haut. Sein durschnittlicher Umfang entspricht nahezu dem des Kopfes. Er ist durch eine leicht transversale, schwach gebogene Furche vom Kopf getrennt. Profil von oben leicht konvex. Die gut ausgeprägte Wamme beginnt auf Höhe der Kehle und verläuft in Falten bis zur Brust.

VORDERHAND
Kräftige Knochenstruktur, sehr muskulöse Beine. Die Ellenbogen stehen weder zu stark nach außen noch nach innen. Der Oberarm ist gerade oder steht leicht nach innen, um der Körpfermitte möglichst nahe zu sein, besonders bei einem sehr breiten Brustkorb. Fesseln kräftig, leicht angeschrägt und manchmal etwas gedreht. Pfoten ebenfalls kräftig und fest. Krallen gebogen und kräftig, vorzugsweise gut pigmentiert. Pfotenballen gut ausgebildet und elastisch.

KÖRPER
Brustkorb kräftig mit gut entwickelten Rippenknochen, breit, tiefer als die Ebene der Ellenbogen. Kräftiger Oberkörper. Brustbeinrippen abgerundet. Die anderen Rippen sind ausgesprochen elastisch und tief. Der Brustumfang muß 25-30cm mehr als die Höhe des Widerrists betragen. Schultern kräftig, Muskeln deutlich definiert, Schrägstellung des Schulterblattes etwa 45° zur Horizontalen. Winkel der Skapulären-humeralen Knochenverbindung etwas mehr als 90°. Rückenlinie gerade, mit breitem, muskulösem Rücken. Widerrist gut ausgebildet. Lende breit, eher kurz und fest. Der Steiß verläuft mäßig schräg zur Schwanzbasis hin. Untere Körperlinie von der langen Unterbrust bis zum hochgezogenen und festen Abdomen hin gebogen.

HINTERHAND
Oberschenkel gut ausgebildet, dick und sichtbar muskulös. Kniegelenke in paralleler Stellung zur vertikalen Körpermitte oder leicht nach innen oder außen gedreht. Unterschenkel relativ kurz, muskulös und tief. Sprunggelenk kurz, kräftig. Winkel relativ weit offen. Von hinten betrachtet vermitteln die parallel stehenden Hinterläufe einen kraftvollen Eindruck, obwohl die Hinterschenkel etwas schmaler als die Vorderschenkel sind.

Hündinnen: Identische Merkmale, jedoch weniger stark ausgeprägt. Körperhöhe generell niedriger als die der Rüden.

GANG
Keine Angaben.

RUTE
An der Basis sehr dick. Die Schwanzspitze reicht nicht bis unterhalb des Sprunggelenks. Die Rute wird tief getragen. In Ruhestellung hängt sie nach unten, wird jedoch in Relation zur vertikalen Körperposition auf 90 bis 120 angehoben, wenn der Hund aktiv ist.

MÄNGEL
Kleiner Kopf, nicht in Proportion zur Höhe am Widerrist, zu flache Stirn. Fehlen der mittleren Stirnfurche. Hinterkopfhöcker zu auffällig. Nasenfrontwinkel zu spitz oder zu stumpf. Hautfalten zu dicht zusammen, nicht beweglich, zu lange, zu kurze, schmale, flache, gestrauchte Schnauze oder über die Lippen hervorstehende Nase. Parallel zur Schädellinie stehende, nach unten zeigende oder zwische den Augen fleischige Schnauze. Zu schmale Nase, enge Nasenöffnungen, Schmetterlingsnase, fleischfarbene Nase, gleichlange Kiefer (Zangengebiß), Scherengebiß, Rückbiß (der Oberkiefer ist länger als der Unterkiefer), übertriebener oder zu schwacher Vorbiß. Schwache oder inkorrekt stehende Zähne. Übermäßig lange oder zu kurze Lippen. Unterentwickelte, schlaffe oder magere Wangen. Schmale, runde, eingesunkene, hervorstehende, eng stehende, zu helle oder entzündete Augen, starrender Blick. Zu schlaffe, zu kurze, zu lange, kupierte, nach innen stehende, zu hoch getragene, spitze, Rosetten-, weit auseinanderstehende und zu lang hinunterhängende Ohren. Schlanker, dünner, langer oder flacher Hals. Zu straffe Haut oder eine zu lose hängende Wamme. Schmaler, kurzer Brustkorb. Zu flache oder zu stark gewölbte Rippen. In der Vorderansicht konkaves Bruststück. Unzureichend muskulöse oder gerade Schultern. Sattelrücken, Buckelrücken, schwache Leiste, zu stark entwickelter, runder oder steiler Steiß. Knickruten in allen Formen (genetische Fehlentwicklung der Schwanzwirbel), kupierte Rute, vertikal getragene oder gerollte Rute. Hängendes oder zu hochgezogenes Abdomen. Vorderhand von zu leichtem Knochenbau, unzureichend muskulös. Zu stark nach innen oder außen stehende Ellenbogen. Vorderhand zu stark gebogen. Zu stark nach innen oder außen gedrehte Fesseln. Plattpfoten, Hasenpfoten oder Spreizzehen. Zu weit nach innen oder außen stehende Kniegelenke. Zu stark abgewinkelte oder zu gerade Fersen, Wolfskrallen.

DISQUALIFIKATIONSGRÜNDE
Alle Formen von Knickruten, weiße Haare (außer Brust und Zehen), Leukome oder fleischfarbene Flecken auf den Augen. Rückbiß, Hodenfehler. Fehlen von mehr als vier Backenzähnen.

Anmerkung: Bei Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden im Hodensack sichtbar sein. Als Fehler gelten deshalb Einhodigkeit oder ganz fehlende Hoden.